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Yoga & Interview mit ERICA JAGO

Eine besondere Reise an einen besonderen Ort: Weit weg vom Alltag thront das Mandali Retreat über dem Lago d’Orta. Mich hat ein Yogaretreat mit Erica Jago an diesen magischen Platz gebracht.

Wer Yoga praktiziert, scheint auf der ganzen Welt zu Hause zu sein. Ich habe schon unzählige Freundschaften auf Retreats geschlossen und spirituelle Lehrer an den entlegensten Orten getroffen. Es liegt ja auch auf der Hand, denn Retreat bedeutet Rückzug. Es geht darum, sich von der alltäglichen Hektik abzukoppeln und sich voll und ganz der reflektierten Innenschau zu widmen. Das Mandali Retreat, auf das ich schon während seiner Bauphase aufmerksam geworden bin, macht diesen Prozess insofern leicht, weil es seine Gäste mit durchdachter Architektur in ruhevoller Lage, mit erstklassigem Design und dem richtigen Maß an Privatsphäre empfängt. Wer den langen Weg über kurvige Straßen, vorbei an kleinen italienischen Bergdörfern auf sich nimmt, kommt in einer völlig anderen Welt an. Vorfreude, Neugier und Erwartung waren in meinem Fall gleich doppelt groß. Denn ich war nicht nur im Mandali zu Gast, ich hatte auch ein Yogaretreat mit Erica Jago gebucht.

Erica Jago war seit der Veröffentlichung ihres Yogabuchs “The Art of Attention”, das in Zusammenarbeit mit der New Yorker Yogalehrerin Elena Brower entstanden ist, auf meinem Radar. Da auch sie als Künstlerin, Grafik-Desigerin und Yogalehrerin mehrere Passionen in einer Person vereint, wollte ich sie unbedingt treffen.

Da Erica in Hawaii lebte, war es allerdings nicht so einfach, diesen Wunsch zu verwirklichen. Umso größer war meine Freude, als kurzfristig noch Plätze bei ihrem schon ausgebuchten Retreat frei wurden. Dieser kleine bis mittelgroße Luxus, den ich mir einmal im Jahr gönne, war Balsam für Geist & Seele – nicht Lehrerin, sondern Schülerin zu sein und die Schönheit & die Annehmlichkeiten eines Ortes fernab meines Alltags zu genießen. Es war fast so als hätte sich mein Pulsschlag in einer Woche verlangsamt. Meine ausführliche Retreat-Review gibt es übrigens HIER auf Follow Your Trolley nachzulesen!

Nachdem das Retreat ganz meinem eigenen Seelenwohl gewidmet war, fand mein Interview mit Erica erst einige Monate später in Amsterdam statt. Denn der Zufall wollte es, dass Amsterdam mittlerweile zur Ericas Wahlheimat geworden war und ich aufgrund des Meghan Currie-Yoga Workshops ohnehin eine Reise in meine Lieblingsstadt geplant hatte.

Erica war zu diesem Zeitpunkt schon schwanger und wir hatten Probleme einen für uns beide passenden Termin zu finden. Schließlich wurde es der Morgen meines Abreisetags, der turbulenter nicht hätte sein können. Es gibt diese Tage, da läuft alles im Universum unrund, ohne dass man eine Erklärung dafür findet. Dieser Tag war genau so einer, wie er von Alanis Morissette in “Ironic” besungen wurde. Doch mit einer tiefenentspannten Erica konnte das Interview dann doch noch in ihrem Atelier stattfinden. Vom Bahnhof hetzte ich mit meinem Gepäck zum Flughafen, nur um beim Check-in festzustellen, dass mein Flug nach München gerade gecancelt wurde. Stunden zu spät kam ich nach etlichen Hürden und emotionalen Ausbrüchen dann doch noch in München an. Ich nahm den skurrilen Umweg über Bern in Kauf, um mit meiner Freundin pünktlich zum Start des Alanis Morissette-Konzerts beim Tollwood-Festival einzutreffen. So innerlich aufgewühlt und äußerlich zerzaust habe ich wohl noch nie bei “Ironic” mitgesungen…

Interview mit Erica Jago

YOGA aktuell, Ausgabe Oktober/November 2018

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